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Interviews



Interview Andreas Fröhlich

Die deutsche Stimme von John Cusack, Edward Norton und Sméagol/Gollum aus dem "Herrn Der Ringe", sowie Justus Jonas bei den "Drei Fragezeichen"

von SF-Radio.net

Das Interview wurde während der Live-Tournee "Die drei ??? - Master of Chess" geführt

Was ist der Unterschied zwischen der Studio- und der Bühnen- Atmosphäre?
Das man auf der Bühne auch mit dem Publikum interagieren kann?


Andreas Fröhlich: Ja, das ist schon was anderes, weil man im Studio in einem schalltoten Raum sitzt, da guckt einem niemand zu, außer der Regisseurin und dem Tonmeister, und auf der Bühne gucken einem 4000 Leute zu. Da kriegt man sofort Reaktionen, wenn man sich verquatscht, die buhen einen nicht aus, sondern die lachen. Denn das ist was sie sehen wollen, keine perfekten Sprechroboter. Die wollen sehen, wie die Menschen hinter den Stimmen sind, wie wird das gemacht und was passiert bei Versprechern, und die passieren relativ häufig, oder wenn wir lachen müssen, was noch häufiger passiert. Das ist identisch mit der Situation im Studio, da wird auch extrem viel abgegackert.

Wenn Sie so 'ne Rolle sprechen, dann sieht man Sie natürlich nicht. Aber ich kann mir vorstellen, Sie sind ja Schauspieler, dass man irgendwie auch das Bedürfnis hat sich zu bewegen, oder sitzt man da ganz starr? Ich habe mal gehört, wenn man vor einem Mikro sitzt wäre es am besten, die ganze Energie in die Stimme zu leiten. Ist das richtig? Oder müssen Sie sich bewegen? Ich hab' gesehen wie sie bei den Proben Grimassen geschnitten und Rumgehampelt haben?

Andreas Fröhlich: Wenn man Nachrichtensprecher ist, sollte man das lassen. Denn man wird nicht Nachrichtensprecher, wenn man rumhampelt, sondern rausgeschmissen.
Aber die drei Fragezeichen sind Detektive, die Rennen rum, Ermitteln und überall gibt es einen Skandal. Das muss man vermitteln, und wenn man steif auf einem Stuhl sitzt, kann man diese Stimmung nicht vermitteln. Das muss man in den Körper legen und etwas physischer agieren. Dann hat man genau, was man erreichen möchte:" Sieh mal der spricht als ob er rennt." Ja, der rennt ja auch. Das ist genau das, was passieren soll.

Ich habe auch gerade auf der Bühne gesehen, dass Sie bei den Proben versucht haben, das nachzumachen Aber ist das jetzt nur zu Unterhaltung, oder passiert das auch im Studio?

Andreas Fröhlich: Also im Studio wird auch extrem viel rumgehampelt und da machen wir auch anderen Mist. Aber im Studio wird gesessen, jedenfalls bei den drei Fragezeichen, bei anderen Hörspielen ist das nicht unbedingt üblich. Hier ist es nun für's Publikum, hier machen wir Sachen. Aber auch deshalb, weil es ein bisschen wenig wäre, wenn wir da nur sprechen und uns kein bisschen bewegen, nur lesen würden. Wenn man da so steht, dann muss man ein bisschen durch die Gegend hampeln. Aber das passiert mir auch im Studio, da bin ich auch schon oft vom Stuhl gefallen, weil ich vom Text gefesselt war, das musste einfach raus.

Ich möchte zu den Drei ??? wie geht das?

Andreas Fröhlich: Das ist 'ne super Frage. Das hat man mich schon einmal gefragt. Das ist wirklich ne gute Frage. Und das ist wahrscheinlich nicht so einfach. Wichtig ist, viel lesen, selber Kassetten aufnehmen, selber Geschichten einfallen lassen, selber eine riesengroße Plattenfirma aufmachen und selber Hörspiele produzieren. Das ist glaube ich genau der richtige Weg, dann gibt’s auch ein bisschen mehr Konkurrenz, dann wird das alles auch ein bisschen spannender.

Das ist ja auch total einfach.

Andreas Fröhlich: Es ist eben nicht so einfach. Ich hab davon gehört, dass das nicht so einfach ist. Ich kann da nicht zuviel zu sagen Viele Leute bewerben sich bei Europa und schicken irgendwelche Demo-Kassetten und klopfen ans Fenster. Das bringt aber glaube ich nicht soviel. Ich denke mal man sollte Schauspieler werden, und dann sollte man auf die Bühne und berühmt werden, dann kommen die selber auf ein zu. (lacht)

Oliver Rorbeck sagte einmal, er hat angefangen zu synchronisieren und solche Sachen zu machen, als er noch nicht lesen konnte, da hat Harald Juhnke ihm gesagt diesen und jenen Satz musst du sprechen. Wie hast du denn angefangen, und wie alt warst du?

Andreas Fröhlich: Ich war genauso alt. Ich war sieben und war im Kinderchor und konnte da hervorragend überhaupt nicht singen, und da hat man mich sofort rausgeworfen, weil ich überhaupt nicht singen konnte. Und gegenüber war der SFB. Der Kinderchor hatte Kontakt mit dem SFB, und dann hat man mich ins Funkhaus geschickt. Dort durfte ich die ersten 70er Jahre Aufklärungshörspiele machen. Musste solche Sachen sagen wie: "Guck mal was hast du denn da? Das ist ein Penis." Das hab ich dann meinem Vater erzählt, der dann fragte: "Na mein Sohn, was hast du denn heute Schönes gemacht?" "Ich musste Penis sagen". Da hat mein Vater sofort dort angerufen, weil er so ein alter Naziknochen war, und gesagt: "Mein Sohn kommt in ihren Kommunisten-Laden nicht mehr." Da war meine Karriere erstmal beendet.

Wo wir gerade bei schönen Sätzen sind? Gibt es einen Satz aus diesen vielen Folgen der Drei ???, wo sie immer denken, der ist geil aber ziemlich Scheiße zu sprechen?

Andreas Fröhlich: Da gibt’s ganz viele Sätze. Ein Satz wäre: "Wenn du mir noch einmal in die Hacken latscht, Jack!" Der ist zum Beispiel sehr kompliziert.

Gibt’s auch einen Satz wo sie sich immer wegeschmissen haben, oder wo ihr alle drei da gestanden habt und sagtet, das geht nicht mehr?

Andreas Fröhlich: Ja den gibt’s, aber bei John Sinclair. Da musste ich Defibrilator sagen. „Holt den Defibrilator.“ Jetzt kann ich es, ganz komisch. Den Satz gibt es angeblich auch in den Outtakes im Internet, wo ich 10-mal versuche den Satz zu sagen.

Okay. Letzte Frage bevor sie losgehen wollten...

Andreas Fröhlich:...Bananensaft trinken.

...Na gut bevor der Bananensaft kommt. Aber Bananensaft ist ja eigentlich schlecht für die Stimme, das weiß ich vom Radio.

Andreas Fröhlich: Ja das schleimt alles zu. Auf der Bühne hatten wir immer Leitungswasser, oder Wasser ohne Kohlensäure. Einmal hatten wir Wasser mit Kohlensäure, das war ein Rumgerülpse, schlimm. Mit Wasser auf der Bühne, muss man aufpassen. Ich sitze neben dem Keyboard und da kann es passieren, dass ich die Flasche mit dem Fuß umstoße, da fing einmal das Kabel an zu brutzeln.

Also Bananensaft vorher?

Andreas Fröhlich: Bananensaft, einen kleinen Joghurt eventuell, und mehrere Zigaretten.

Wir danken für das Gespräch.