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Fantasy



Leon Traumgänger

rezensiert von Ralf »Searge« Pappers

der Zaubermond Verlag wirft in letzter Zeit immer wieder hervorragend produzierte Hörspiele auf den Markt. Sei es Dorian Hunter, Goldagengården oder die vor kurzem veröffentlichten drei Folgen von Leon Traumgänger nach dem gleichnamigen Roman von Jürgen Großmeyer.

In der Geschichte geht es um die Abenteuer von Leon, einem vierzehnjährigen Jungen der in einer Wohngemeinschaft lebt. In dieser Wohngemeinschaft leben einige Jugendliche, die Schwierigkeiten mit ihren Eltern haben oder erst gar keine mehr besitzen. Betreut werden sie, wie so oft, von verschiedenen Mitarbeitern eines Verbandes. Dieser Verband wird niemals erwähnt und ist für die Geschichte auch nicht wichtig. Auch eine Psychologin und ein priesterlicher Seelsorger sind ab und an anwesend. Ich kann nicht sagen ob dies der Normalfall ist, aber die Jugendlichen fühlen sich in der Mehrheit nicht von den Erwachsenen verstanden.

Die Geschichte Leon Traumgängers beginnt mit einem Albtraum. Dieser Albtraum ist sehr blutig und brutal und wiederholt sich jedes Jahr zu Leons Geburtstag. Da ihn dieser Traum seit 14 Jahren heimsucht, kennt er seinen Inhalt und das schreckliche Ende genau, ohne ihn jedoch deuten zu können. Und wie es die Geschichte erfordert vertraut er sich natürlich keinem der Erwachsenen an. Auf seine Freunde sind rar gesät und fast scheint es als sei er ein Einzelgänger.

Das Leben könnte so unangenehm weitergehen wies bisher verlaufen ist. Doch das ändert sich schlagartig, als eine neue Mitbewohnerin einzieht. Lucy und er verstehen sich auf Anhieb und verbringen ihre Freizeit gemeinsam. Bei einer dieser gemeinsamen Unternehmungen überrascht er einen Bekannten der Lucy vergewaltigen möchte. Schon vorher hatte Leon einige merkwürdige Veränderungen bei sich festgestellt. Und da er Lucy sehr mag, lässt er diese Fähigkeit zu diesem Zeitpunkt wirken. Was es genau ist erfährt man nur im späteren Verlauf des Hörspiels, als jemand erwähnt das Leons Schatten den Vergewaltiger vertrieben hat. Diese ist durch den Vorfall etwas verwirrt und entfernt sich von den Freunden. Als Leon ihr folgt entdeckt er das Lucy ermordet worden ist sie liegt in einer Lache von Blut über die ein Fremder gebeugt ist. Das Leon ihr zu Hilfe eilen will lähmt der Fremde ihn durch eine Berührung. Hilflos muss er zu sehen wie der Fremde von Lucys Blut trinkt.

Ab diesem Zeitpunkt krempelt sich Leons Leben vollständig um. Da er Lucy sehr gemocht hat, nimmt er sich fest vor ihrem Tod zu rächen. Bei seinen Nachforschungen stellt er fest, dass in letzter Zeit sehr merkwürdige Todesfälle in seiner Stadt vorgekommen sind.
Erschwerend kommt hinzu dass er niemanden wirklich von dem geschehenen erzählen kann. Denn wer würde ihm glauben dass der Fremde aus dem Nichts auftauchte und wieder dorthin verschwand? In seiner Verwirrung taucht plötzlich auch noch ein Mädchen auf, das ebenfalls seltsame Fähigkeiten hat. Sie erscheint ihm im Krankenhaus und verschwindet genauso plötzlich wieder ohne dass Leon dies bewusst mitbekommt. Eule, so heißt das Mädchen, scheint einfach so aus dem Nichts zu erscheinen und auch wieder zu verschwinden. Durch sie, oder wegen ihr, lernt er in den Schatten zu verschwinden. Rein optisch bedeutet das, das er für die anderen Menschen nicht mehr zu sehen ist. In Wirklichkeit betritt er das Reich der Schatten und verlässt es auch wieder. Außerdem lernt er durch sie Clochard kennen, der irgendwie etwas weiß aber sein Wissen sehr verschlüsselt preisgibt.

Die Geschichte entwickelt sich langsam und lässt dem Hörer Zeit die einzelnen Charaktere näher kennen zu lernen. Die verwendeten Soundbetten und Effekte sind allesamt hervorragend gewählt. Der Regisseur Marco Göllner hat ein sehr gutes Händchen für Stimmungen und Action. Und so fiebert man als Hörer dem Geschehen mit. Natürlich ist es nicht möglich innerhalb der vorgegebenen Zeit alle Facetten des Buchs umzusetzen. Doch dafür ist es möglich in einem Hörspiel die Stimmungen und Geschehnisse akustisch wunderbar umzusetzen. Dies ist im vorliegenden Fall wunderbar gelungen. Zwar gibt es auch einige Stellen, die man gerne anders gehabt hätte, doch trüben sie den Gesamteindruck in keinster Weise. So ist eine bestimmte Person am Ende zwar dabei aber anscheinend ist es in der Produktion nicht vorgesehen gewesen diese noch einmal zu Wort kommen zu lassen. Als Hörer vermisst man das denn man erwartet das er noch ein oder zwei Sätze sagt. Auch ist die Auflösung allzu schnell geraten. Dem Hörer erschließt sich einfach nicht wieso Leons Fähigkeiten plötzlich einwandfrei und ohne Probleme funktionieren und beherrschbar sind. Wie aus dem Nichts ist er plötzlich in der Lage den großen Angstgegner einfach so zu besiegen, vor dem er vorher so viel Angst gehabt hat und von dem es hieß er sei nicht bezwingbar. Insgesamt aber ist Leon Traumgänger ein sehr schön gemachtes Hörspiel, das mit seinen fantastischen Elementen nicht zu aufdringlich wird aber auch nicht zu lasch damit umgeht. Insgesamt klingen die Stimmen der jungen Protagonisten eine Spur älter als sie wirklich sind, aber auch das ist nichts wirklich störendes.

Von unserer Seite aus absolut empfehlenswert. Für die völlig verrückten sei angeraten sich auch das Buch zu zu legen um noch tiefere Einblicke in Leons Seelenleben zu bekommen.

"Leon Traumgänger"
von Dennis Ehrhardt
Regie von Dennis Ehrhardt
Hörbuch, CD
Zauibermond 2009

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